Therapien bei gestörter Potenz

Vor dem Beginn einer Therapie von Potenzstörungen…

…ist die Konsultation eines Facharztes ratsam. Das liegt daran, dass die erektile Dysfunktion – wie Impotenz medizinisch korrekt bezeichnet wird – auch Ursache einer Reihe von Krankheiten wie Diabetes mellitus oder arterielle Hypertonie sein kann. In diesem Fall wird der Arzt zunächst diese Erkrankung therapieren.Zudem kann ein Androloge oder Urologe feststellen, ob die Impotenz nicht die Nebenwirkung eines anderen Medikaments ist. Hier kommen vor allem Betablocker und Antidepressiva infrage. Müssen diese Mittel nur temporär eingenommen werden, kann sich auch hier eine separate Behandlung der Impotenz erübrigen. Ansonsten stehen vor allem folgende Therapieoptionen zur Verfügung.

 

Phosphodiesterase-5-Hemmer

Seitdem die sogenannten Phosphodiesterase-5-Hemmer (auch PDE-5-Hemmer) in den Forschungslaboren großer Pharma-Konzerne entwickelt wurden, existieren wirksame Pillen gegen Potenzstörungen. Allen gemein ist, dass sie für eine Vasodilatation, also für eine Erweiterung der Blutgefäße, sorgen und so bei vielen Männern eine spontane Erektion hervorrufen, die bis zu einigen Stunden anhalten kann. Allerdings kann es auch teilweise zu ernsthaften Nebenwirkungen kommen. Zudem ist Vorsicht geboten, weil bei gleichzeitiger Einnahme verschiedener anderer Medikamente Wechselwirkungen drohen, die im Extremfall sogar zum Tod führen können, wie einige traurige Beispiele der Vergangenheit zeigen.

 

SKIT, SKAT und MUSE

Hinter den Abkürzungen SKIT und SKAT verbergen sich die Schwellkörper-Injektionstherapie bzw. die Schwellkörper-Auto-Injektionstherapie. Das erste Verfahren wird durch einen Arzt, das zweite von dem Patienten selbst durchgeführt. Dabei wird eine bestimmte Substanz direkt in den Penis-Schwellkörper gespritzt, der die Muskeln entspannen und die Gefäße erweitern soll. Die Therapie ist zwar relativ wirkungsvoll, wird aber von einigen Verwendern als unangenehm empfunden und kann zu diversen Nebenwirkungen wie Vernarbungen führen.

Mit den beiden Therapieformen verwandt ist MUSE (Medikamentöses Urethrales System zur Erektion). Hier wird die gleiche oder eine ähnliche Substanz verwandt und durch einen speziellen Applikator in die Harnröhre eingebracht. Zwar vermeidet der Patient hier die oft als unangenehm empfundene Spritze, erkauft dieses aber mit einer geringeren Erfolgswahrscheinlichkeit.

 

Ernährung

Die Ernährung wird als Einflussfaktor bei der Therapie von Potenzstörungen häufig vernachlässigt. Dabei haben vor allem einige Aminosäuren eine nachgewiesene potenzsteigernde Wirkung. Eine besonders wichtige Rolle spielt hier Arginin, das die einzige Vorstufe von Stickstoffmonoxid ist, das wiederum für eine Erweiterung der Blutgefäße sorgt. Mehrere Studien zeigen, dass Arginin bei Potenzproblemen unbestritten hilfreich ist. Der menschliche Körper kann zwar Arginin selbst herstellen, allerdings oft nicht in ausreichender Menge. Deshalb ist er häufig auf die Zufuhr der wichtigen Aminosäure von außen angewiesen. Besonders viel Arginin ist in Kürbis-, Pinien- und Walnusskernen enthalten. Wer zu wenig Arginin zu sich nimmt sollte deshalb unbedingt auf ein Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Sinnvoll bei der Therapie von Erektionsproblemen ist zudem die Aminosäure Ornithin, da diese an der Entstehung von Arginin beteiligt ist. Dadurch sorgt Ornithin mittelbar für eine Verbesserung der Potenz. Die Aminosäure ist beispielsweise in Eiweiß enthalten.

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sorgt für die Zufuhr von wichtigen Vitalstoffen, die nicht nur die Potenz verbessern, sondern auch allgemein die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden fördern.

Gerade für Männer, die ihre Ernährung nicht umstellen können oder wollen, sind Nahrungsergänzungsmittel geeignet, die signifikante Mengen der benötigten Aminosäuren und Vitalstoffen enthalten.

Bei Potenzproblemen kann auch das Trinken kleinerer Mengen Alkohol – das entspricht etwa einem Glas Wein – vor dem Geschlechtsakt die Wahrscheinlichkeit für eine Erektion erhöhen. Wer aber ´zu tief ins Glas schaut`, handelt kontraproduktiv. Genauso sollte der übermäßige Verzehr von großen Mengen an Fett und Fleisch vermieden werden. Auch Raucher gefährden mit jedem Zug am Glimmstängel ihre Potenz.